Bericht
1. Lauf vom tiefsten zum höchsten Punkt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.

von Frank Thomas

Ja, der 1. Lauf vom tiefsten zum höchsten Punkt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist schon wieder Geschichte. Bevor ich mit meinen Ausführungen beginne, möchte ich mich bei allen Sponsoren, bei allen Teilnehmern und bei allen die diesen Lauf auf irgendeine Art unterstützt haben bedanken. Vielen Dank auch an unsere Landrätin die Frau Philipp und den Bürgermeister von Uhlstädt-Kirchhasel den Herrn Schröter und der Bürgermeisterin von Piesau der Frau Weigel. Alle drei waren von der Idee, einen Lauf vom tiefsten bis zum höchsten Punkt durchzuführen von der ersten Minute begeistert und haben diese Idee voll und ganz unterstützt.

So nun zum Lauftag. Pünktlich 7:30 Uhr am 23.09.2006 trafen sich alle Teilnehmer der Laufgruppe Cursdorf in Piesau. Hier ging es los. Wir fuhren gemeinsam nach Niederkrossen zum Sportplatz, dort bereiteten wir den Start vor. Die Bedruckten T-Shirts wurden verteilt, das Werbe- und Sponsoren Schild wurde am Fahrzeug befestigt, die Getränke und die Verpflegung wurde auf die einzelnen Fahrzeuge aufgeteilt und das Megaphon wurde angeschlossen. Man spürte bei den Organisatoren eine gewisse Anspannung. Ich selbst war aufgeregt wie zum Start meines ersten Marathons vor einigen Jahren. Nun kamen die ersten Teilnehmer. Alle wurde mit Name und Wohnort aufgeschrieben, für die Statistik.

Die Zeit rannte davon Frau Philipp und Herr Schröter waren noch nicht da. Kommen sie noch? Oder hatten sie es vergessen. Ich wollte gerade mit der Begrüßung anfangen da sagte man mir, warte noch die Frau Philipp kommt gerade. Der Herr Schröder war inzwischen auch gekommen. Ich war einfach nur glücklich über die Tatsache, dass beide es zum Start geschafft hatten.

Ich begrüßte die Läufer zum

1. Lauf vom tiefsten zum höchsten Punkt

danach sagte Frau Philipp noch ein paar Worte und wünschte uns auf den Weg zum höchsten Punkt alles Gute. Danach stellten sich alle Läufer zum Start auf und unserer Landrätin gab pünktlich 10:00 Uhr, den Startschuss zum 1. Lauf vom tiefsten zum höchsten Punkt. Ich war so aufgeregt, dass ich den Startschuss im Begleitfahrzeug gar nicht hörte. Das war aber egal, die ca. 35 Läufer setzten sich in Bewegung und es war ein herrliches Bild im Rückspiegel des Begleitfahrzeuges die Läuferschar zu sehen.

Es ging als erstes durch den Ort Niederkrossen. Einige Zuschauer standen an der Strecke bzw. an ihren Häusern, der Beifall bzw. die Anfeuerungszurufe blieben leider aus. Es ging dann weiter Richtung Rückersdorf/Oberkrossen. Dorthin mussten die Läufer ohne Begleitfahrzeug laufen, die Laufstrecke war nicht befahrbar. In Rückersdorf übernahm das Begleitfahrzeug wieder die Führung. Nachdem die Orte durchlaufen waren ging es Richtung Weißen, vorbei an der Klinik Weißenburg, wo die Läufer der erste leichte Anstieg erwartete. Mit Bravur wurde diese erste Herausforderung gemeistert.
Nun ging es Richtung Kolkwitz, wo der erste Wechselpunkt war. Am Gasthof Edelhof war der erste Verpflegungs- und Wechselpunkt. Die Besitzerin des Gasthofes, stellte den Läufern Tee bereit. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es mit neuer Besetzung in Richtung Chatharinau.
Dann weiter in Richtung Rudolstadt - Cumbach, am Heine Park vorbei, zum Rudolstäder Stadion. Hier war der zweite festgelegte Wechselpunkt. Hier gab es die ersten leichten Probleme. Zwei Poller auf den Weg versperrten den Begleitfahrzeugen die Weiterfahrt. Der mitgeführte Schlüssel passte nicht um die Poller zu öffnen, dies war zwar kein Beinbruch aber die Begleitfahrzeuge mussten nun zurück zur Cumbachbrücke, durch ganz Rudolstadt und dann nach Volkstedt. Gerade so schafften wir es vor den Läufern wieder auf der Strecke zu sein. Nun ging es weiter zum Grillplatz Schwarza. Hier stärkten sich alle Läufer und wir machte ein paar Minuten Rast.
Was sagt der Zeitplan, Wir lagen 10 Minuten hinter der festgelegten Zeit, egal, Spaß machte es bisher allen, das zählte nur.
Nun nach der Rast ging es weiter in Richtung Saalfeld. Vorbei an der Papierfabrik. Wieder mussten die Begleitfahrzeuge die Laufstrecke verlassen, weil die Laufstrecke nicht befahrbar war. In Remschütz an der Saalebrücke begrüßten wir die Läufer wieder und begleiteten sie weiter in Richtung Fingersteinkreuzung in Saalfeld.
Allerdings machten sich nun langsam die ersten größeren Abstände zwischen den einzelnen Läufern auf, was den Veranstalter nicht erfreute. Ich ermahnte die schnellen Läufer etwas langsamer zu laufen, dass die Abstände nicht so groß werden. Es ging schließlich um die Sicherheit der Läufer.
An der Fingersteinkreuzung angekommen mussten wir die Grünphase abwarten, damit wir gemeinsam die B281 überqueren konnten. Nachdem wir dies ohne Probleme geschafft hatten ging es zum nächsten Wechselpunkt. Die Kreuzung Richtung Obstgut in Saalfeld. Wieder auftanken und weiter ging es.
Nun waren die starken Läufer gefragt. Denn nun kam der erste richtige Anstieg. Auf ca. 7 Km musste ein Höhenunterschied von 400 m zurückgelegt werden. Alle die auf diesen Teilabschnitt eingeteilt waren machten ihre Sache gut.
Ziel war zunächst das Hotel Mellestollen. Man ging das Hoch, man hörte die Läufer wie sie sich an diesen Berg quälten. Glücklich und zufrieden kamen alle am Zwischenstopp des Berges an. Denn hier am Hotel Mellestollen war erst der erste Berg vorbei. Richtung Wittmannsgereuth und weiter Richtung Witzendorf ging es noch mal richtig Bergauf. Aber auch das wurde Problemlos geschafft. Nun waren wir schon auf einer Höhe von ca. 680m, wenn man bedenkt wir sind bei 169m gestartet dann war das schon was.
Leider, so ist das nun mal in den Bergen, ging es in Witzendorf wieder steil Bergab. Auf fast 500m ging es wieder runter. Führ die Läufer war das zwar sehr angenehm aber leider ging es danach Richtung Volkmanndorf und weiter Richtung Bernsdorf wieder Bergauf, und das zog sich, eine ewig nicht enden wollende Straße. Nach Volkmanndorf hielt das Begleitfahrzeug an und machte den Läufern Mut. Auch unsere Lauffreunde aus Königsee feuerten die Läufer an.

Nun sah ich zum ersten Mal, dass da ein Läufer, der auch schon am Start mit losgelaufen ist, immer noch auf der Strecke war. 39 Km die bisher zurückgelegt wurden lief er durch. Sollte es einer schaffen bis zum höchsten Punkt durchzulaufen? Führ mich unvorstellbar aber ich hoffte auf diesen Läufer.

Als alle in Bernsdorf angekommen waren machten wir wieder eine kurze Pause. Alle erholten sich so gut es ging. Nun ging es Richtung Reichmannsdorf, da ging es durch den Wald. Ein Fahrradbegleiter übernahm hier die Begleitung der Läufer. Alle Begleitfahrzeuge fuhren nach Reichmanndorf zum Forsthaus und warteten dort auf die Läufer. Das erste Mal hatten wir Zeit uns über die Idee und den Lauf zu unterhalten. Es war inzwischen im Schatten frisch geworden. Naja es war ja auch schon fast 15:00 Uhr. Was sagte der Zeitplan, fast 20 Minuten im Rückstand, Naja die Berge haben wohl mehr Zeit benötigt wie befürchtet. Egal. Nun kamen die ersten Läufer aus den Wald, wo war den unser Held, der bisher durchgelaufen ist. Da kam er und er wurde mit Applaus begrüßt. Er sagte zu mir er müsste jetzt leider nach hause gehen. Er hätte einen Termin. Ich versuchte ihn zu überreden weiter zu laufen, aber nichts zu machen er musste gehen. Er schaffte 48,3 Kilometer und ca. 600 Höhenmeter und ich bin mir ganz sicher er hätte es geschafft bis zum Rennsteig zu laufen, denn so richtig kraftlos sah er nicht aus. Von hier aus meinen Glückwunsch zu den geschafften 48.3 Kilometer.

Nun alle andern mussten weiter durch Reichmannsdorf zum Leipziger Turm nach Schmiedefeld. Eine relativ leichte Etappe. Es ging zunächst leicht Bergab und dann wider allmählich Bergauf bis zum Leipziger Turm, dort hatte das Team des Leipziger Turms einen Verpflegungspunkt aufgebaut was uns Läufer sehr freute.
Hier am Turm hatten wir zum ersten Mal den Blick zum höchsten Punkt, er lag genau gegenüber, eigentlich zum greifen nah. Wir waren nun schon auf einer Höhe von 802m und der höchste Punkt liegt ja nur unwesentlich höher, zwar 827m. Nur leider lag da das Lichtetal dazwischen. Durch Schmiedefeld nach Piesau über Lichte ging es wieder auf 650 Höhenmeter runter. Alles schwer erarbeitete war binnen von Minuten wieder weg, was sollst.
Dann kam der Durchlauf durch Piesau hier begrüßten uns doch einige Zuschauer und feuerten uns an. Wir hatten es fast geschafft. Ein letzter Verpflegungs- und Wechselpunkt am Bärenbach, dann ging es zur Schlussetappe, hinauf zum Rennsteig, zum höchsten Punkt des Landkreises. Alle die noch konnten und wollten liefen diese letzte Etappe, man merkte an der Stille der Läufer, dass diese letzte Etappe etwas besonderes war, auch wenn einige Autofahrer für die Sache kein Verständnis zeigten, liefen wir zielstrebig den letzten Berg hinauf. Wir wussten, jeder Höhenmeter den wir jetzt laufen, den müssen wir nicht wieder hinab laufen, das beflügelt uns und ich wünschte mir, der Läufer, der bei Km 48,3 leider gehen musste wäre mit unter uns, er hätte es verdient mit uns diese letzte Etappe zu laufen. Der höchste Punkt kam immer näher, wir sahen schon die Begleitfahrzeuge, die vorgefahren waren. Wir sahen viele Zuschauer und die Bürgermeisterin von Piesau. Wir machten Platz und ließen unseren ältesten und jüngsten Läufer den Vortritt damit sie als erste, beim 1. Lauf vom tiefsten zum höchsten Punkt, die Ziellinie überqueren. Wir waren alle überglücklich das wir alles so geschafft haben.
Was sagte die Zeit, gerade mal 10 Minuten waren wir über der geplanten Zeit angekommen. Was für eine Leistung. Für die 64 Km vom tiefsten Punkt in Niederkrossen zum höchsten Punkt auf den Rennsteig bei Piesau brauchten wir fast genau 7 Stunden. Alle Laufzeiten und Pausenzeiten eingerechnet. Ich war und bin Stolz auf meine Laufgruppe und auf alle die mit uns die 64 Kilometer quer durch den Landkreis gelaufen sind.

Am höchsten Punkt hat Frau Weigel, Bürgermeisterin von Piesau die Verpflegung der Läufer übernommen. Kostenlose Getränke und Bratwürste stellte sie zur Verfügung. Auch ihr für alles was sie für diese Idee und für diesen Lauf getan hat ein großes Dankeschön.

Wie nun weiter mit dem Lauf vom tiefsten zum höchsten Punkt. Im nächsten Jahr, also 2007 wird es den Lauf wieder geben. In welcher Form ist noch nicht ganz sicher. Was sicher ist, ist, dass die Strecke so bleibt und dass es für jeden Läufer kostenlos oder fast kostenlos bleibt. Es kommt nun darauf an ob der Veranstalter einen Sponsor findet der die Idee, die er für das nächste Jahr hat unterstützt. Alle Informationen zu diesem Lauf findet ihr hier auf dieser Webseite.

Ich danke Euch
Frank Thomas
Im Namen des SV Cursdorf-Meuselbach

Hier alle Bilder vom Lauf

Hier die Teilnehmer