Bericht Tief-Hoch 2007
Vom Gesamtleiter Frank Thomas

Der 2. Lauf vom tiefsten zum höchsten Punkt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt unter der Schirmherrschaft unserer Landrätin Marion Philipp war für unseren Landkreis, für den Volkssport, für einen guten Zweck und für die Laufgruppe Cursdorf Meuselbach ein voller Erfolg. Schon im Vorfeld zeichnete sich der Erfolg ab. Täglich kamen neue Anmeldungen zum Lauf nur wenige angemeldeten Läufer kamen nicht zum Start.

Los ging alles wie im letzten Jahr pünktlich 10:00 Uhr am Sportplatz in Niederkrossen. Der Sportverein in Niederkrossen hatte bereits das Startband aufgehängt und die anwesenden Mitglieder halfen uns bei den weiteren Startvorbereitungen. Der Stellvertretene Bürgermeister der Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel Herr Matuschek und der Stellvertretene Landrat Herr Dietz waren vor Ort. Beide wünschten alle Teilnehmern viel Glück und gesundes ankommen am Ziel, am Rennsteig.

10:00 Uhr schickte Herr Dietz die 37 Läufer, Fahrradfahrer und Helfer, darunter 14 Teilnehmer von unseren Lauffreunden von der Thüringia Königsee, mit dem Startschuss auf die Strecke. Es ging also los. Unser Sprecher Andreas Müller und ich fuhren vor den Läufer im PKW her und versuchten mittels Megaphon die Anwohner in den Orten die durchlaufen wurden zu animieren. Dies gelang allerdings nur teilweise.

Der erste Abschnitt verlief durch Niederkrossen, Oberkrossen, Weißen bis nach Kolkwitz. Dort war am Hotel Edelhof der erste Verpflegungspunkt. Nach kurzer Stärkung ging es weiter Richtung Rudolstadt. Der Ort Catharinau wurde durchlaufen. Nach 7 km kamen die Läufer in Rudolstadt am Stadion an. Zweiter Verpflegungspunkt. Nun ging es weiter Richtung Schwarza. Hier kam die erste Überraschung. Die Schranke, am Heinepark, die eigentlich geöffnet sein sollte war geschlossen. Beim Ordnungsamt Rudolstadt wurde diese Öffnung schriftlich beantragt und wurde auch genehmigt. Nun wissen wir nicht war die Schranke vom Ordnungsamt geöffnet wurden und ein aufmerksamer Bürger der Kleingartenanlage hat sie wieder geschlossen oder hat das Ordnungsamt es schlicht uns einfach vergessen diese Schranke zu öffnen. Es wird ein Rätsel bleiben. Egal diese Tatsache hieß, dass die ganzen Begleitfahrzeuge über Rudolstadt Cumbach und durch ganz Rudolstadt nach Schwarza fahren mussten. Ein großer Umweg. Die Läufer waren früher in Schwarza als die Begleitfahrzeuge. Dies hieß nun wieder auf alle Begleitfahrzeuge warten. Es verging einige Zeit bis die Fahrzeuge eintrafen. Einige Läufer liefen schon weiter Richtung Saalfeld. Nach eintreffen der Fahrzeuge und eine ganz kurzen Pause liefen alle anderen Teilnehmer auch los. Vorbei an der neuen Papierfabrik und weiter nach Remschütz.

In Remschütz wurden die Läufer positiv überrascht. Ein Leierkastenmann war gerade unterwegs zur Kirmes nach Remschütz. Er ließ es sich nicht nehmen für die Läufer ein kleines Ständchen zu spielen. Vielen Dank an Herrn Lothar Seifert für die kleine Einlage. Mir viel auf, dass die Läufer viel zu schnell unterwegs waren. Bisher ging es relativ gerade mit sehr wenig Steigung aber nach Saalfeld war damit Schluss da begann der eigentliche Lauf erst. Nun gute dachte ich es wird schon werden.

Am nächsten Wechselpunkt an der Kreuzung Beulwitzer- Wittmannsgereutherstraße angekommen. Hier sollte eigentlich der 1. Teilabschnitt für die Kinder starten. Leider waren nur 2 Kinder am Start. Laura Thomas vom SV Cursdorf Meuselbach und Vanessa Meusel vom SV Thüringia Königsee. Sie starten beim Kinderlauf in Saalfeld. Ich hatte mir etwas mehr Beteiligung versprochen. Gibt es in Saalfeld doch große Vereine mit sehr viel Nachwuchs. Was der Grund war das hier kein Kind aus der Kreisstadt Saalfeld war wird ein Geheimnis bleiben. Manfred Leutel vom LV Schwarzatal übernahm die Betreuung der beiden Kinder die ca. 3,7 km liefen und ihren Beitrag "Laufen für einen guten Zweck" geleistet haben. Vielen Dank an die beiden Kinder und an Manfred.

Für die anderen Teilnehmer ging es weiter Richtung Hotel Mellestollen. Ein gewaltiger Anstieg lag vor den Teilnehmern. Nun machte sich das schnelle Tempo im Unterland bemerkbar. Aber alle Teilnehmer bewältigten den ersten richtigen Berg mit Bravur. Wir waren nun schon bei km 34 und es waren noch vier Läufer, darunter eine Frau, die alles durchgelaufen waren. Ob es alle vier bis zum Ziel schaffen, dachte ich? Mit dem Sprecher Andreas Müller machte ich eine Wette wer es schafft und wer nicht.

Nach dem Hotel Mellestollen ging es weiter Richtung Wittmannsgereuth. Wieder ein großer Berg. Auch der wurde geschafft, weiter ging es nach Witzendorf dort gab es die nächste Verpflegungsstelle. Die Pausen an den Verpflegungsstellen wurden immer länger, was hieße der Zeitplan wird nicht eingehalten. Dies war aber egal. Das Gesunde ankommen am Ziel war wichtig.

Der nächste Abschnitt lag vor den Läufern. Ein Abschnitt der zunächst Bergab ging aber dann, wie auch anders, wieder Bergauf. Und es war ein langer Berg. Lang gezogen und Steil. Nach Volkmannsdorf bis Bernsdorf wurde er noch steiler. Viele Läufer gingen den Berg hoch weil einige mit den Kräften am Ende waren. Andreas Müller und ich konnten das gut verstehen und feuerten die Läufer an. Die Gruppe war am Anfang einfach zu schnell was sich nun ganz deutlich bemerkbar machte. Aber auch dieser Berg wurde geschafft.

Rast in Bernsdorf am Bauhof. Nach kurzer Pause ging es weiter Richtung Reichmannsdorf. Sprecher Andreas Müller sagte "Ich Lauf jetzt auch mit" und er schloss sich der Läufergruppe an. Ich bemerkte das einer der bis Bernsdorf durchgelaufen war nicht mehr in der Gruppe war. Trotzdem hatte er 41,3 Kilometer am Stück geschafft was eine großartige Leistung war.

Das Führungsfahrzeug fuhr nach Reichmannsdorf auf den Sportplatz. Da die Strecke nun durch den Wald ging war ein begleiten des Fahrzeuges nicht möglich. Nach kurzer Wartezeit kamen die Läufer an. Der Zeitplan sagte, wir sind gut 30 Minuten über der Zeit was bedeutete, dass wir am Ende fast eine Stunde später am Ziel ankommen werden. Wie gesagt, der Zeitplan war egal und ich betonte dies immer wieder.

Nun ging es weiter Richtung Schmiedefeld zum Leipziger Turm. Ein relativ leichtes Stück. Es ging Bergab aber dann eben wieder Bergauf. Bevor es zum Leipziger Turm hoch ging. Brach die Frau, die bisher 50,5 Kilometer in den Beinen hatte, den Lauf ab. Aber 50,5 Kilometer bei dem Höhenprofil sind eine Top Leistung die am Ende auch gewürdigt wurde.

Alle anderen Läufer liefen dem Turm entgegen, dort erwartete alle Läufer ein Verpflegungspunkt gesponsert vom Team des Leipziger Turms. Vielen Dank dafür. Nun kam etwas Aufregung beim mir auf. Ein Läufer fehlte und zwar einer der bisher durchgelaufen ist. Unser Schlussläufer hatte ihn allein gelassen, was von mir deutlich angemahnt wurde. Aber dann die Beruhigung der Läufer kam am Turm an. Es waren immer noch zwei Läufer dabei die alle 52,7 Km bisher durchgelaufen waren. Und ich war mir sicher die letzten 12 Kilometer packen die auch noch.

Weiter ging die Läuferschar. Es ging nun von 801 Höhenmetern wieder runter auf 650 Höhenmeter was für alle, vor allem für die beiden "Durchläufer", eine Erholung war. Nun war auch ich unter den Läufern. Endlich konnte ich mitlaufen. Mir kippelte es schon lang in den Beinen. Nachdem Schmiedefeld und kurz Lichte durchlaufen waren, traf man in Piesau ein. Eine kleine Ehrenrunde in Piesau, dass war ganz einfach für unsere Sponsoren und für die Gemeinde Piesau Pflicht. Der Verpflegungspunkt am Denkmal in Piesau wurde angelaufen. Es war der letzte Verpflegungspunkt vorm Ziel. Noch 4,6 Kilometer, noch 4,6 Kilometer für die zwei Helden die alles gelaufen waren. Ich schaute die beide an. Sie waren noch gut drauf und ich wusste, sie schaffen es. Die noch mal mächtigen 277 Höhenmeter auf 4,6 Kilometer sollen doch zu packen sein. Es machte Spaß die letzte Etappe zu laufen.

Am Gasthaus Brand die Überraschung. 14 Kinder standen dort und erwarteten die Läufer mit Beifall. Sie waren schon ganz aufgeregt und erwarteten ihren Start, ihren Auftritt, die letzen 1,7 Kilometer mit zu laufen. Ich begrüßte jedes einzelne Kind persönlich. Immer noch enttäuscht vom Kinderlauf in Saalfeld war nun alles vergessen. 14 Kinder damit hatte ich nicht gerechnet. Nach kurzer Pause ging es los. Alle Kinder, klar, waren impulsiv und wollten alles zeigen. Der jüngste Teilnehmer ein kleines Mädchen gerade mal 4 Jahre viel hin und ihr Bein tat weh aber sie lief den andern Kindern hinterher, so viel Spaß musste die Sache für die kleine gemacht haben. 300 m vorm Ziel hieß es noch mal warten. Wir wollten alle gemeinsam ins Ziel laufen. Ein Läufer fehlte noch. Ein Läufer von unsren Lauffreunden aus Königsee. Die anderen Teilnehmer drängten aufs loslaufen, doch ich machte klar, dass es nur ein Zieleinlaufen mit allen Läufer geben wird, so wurde auf den letzten gewartet. Als er ankam ging es los. Die letzten 300m von einem herrlichen Lauftag. Die letzten 300m vom "Lauf vom tiefsten zum höchsten Punkt" und die letzten 300m für die beiden die alle 64,1 Kilometer durchgelaufen sind. Mit viel Beifall und fast eine Stunde Verspätung kamen 53 Läufer am Ziel an. Insgesamt waren 63 Läufer, Fahrradfahrer und Helfer beim "2. Lauf vom tiefsten zum höchsten Punkt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt" beteiligt.

Im Ziel begrüßte uns der Stellvertretene Bürgermeister von Piesau Herr Dietz und der Stellvertretene Kreissportbund Vorsitzende Herr Grünschneder. Beide bedankten sich bei allen Teilnehmern für diese gelungene Veranstaltung. Nach den dankes Worten wurde die Anzahl der Teilnehmer bekannt gegeben. Eine Vertreterin der Sparkasse gab die Spendesumme und den Verwendungszweck bekannt. Die Sparkasse Saalfeld Rudolstadt spendete für jedem der am Lauf teilgenommen hat einen Betrag von 5€ was eine Spendesumme von 315€ ergab. Die Jugendabteilung der Diakonie Rudolstadt wurde diese Summe in Form eines Schecks von der Sparkasse überreicht. Die Teilnehmer des Laufes haben insgesamt 59,30€ gesammelt was ebenfalls die Diakonie in Rudolstadt erhielt. Herr Brehme, Vertreter der Diakonie, bedankte sich bei der Kreissparkasse und bei den Läufern für diese Hilfe. Herr Brehme erklärte, dass diese Geld in die Jugend und Kinderarbeit der Diakonie geht. Es gibt viele Kinder und Jugendliche, die die Diakonie aufsuchen weil sie manchmal keinen Ausweg aus ihren Problemen finden. Damit den Kindern und Jugendlichen ein kleines zuhause geboten werden kann wird dringend Geld benötigt. Alle Läufer haben gern ihre Kraft und Zeit gegeben.

Nun richtete ich meine Worte an die Teilnehmer. Danke, danke, danke an alle die geholfen haben, damit diese Veranstaltung durchgeführt werden konnte. Allen Sponsoren, Läufern, Helfern, der Kreissparkasse, den Helfern am Ziel und allem die irgendwie dazu beigetragen haben das diese Veranstaltung eine gelungene Sache geworden ist.

Ich Ehrte die beiden Läufer die die gesamte Distanz durchgelaufen sind, mit einer Startnummer Reservierung zum 1. Saale-Rennsteig-Marathon 2008. Patrick Ratzka von der Turbine Hohewarte erhält bei der Teilnahme am Lauf im nächsten Jahr die Startnummer 1 und Andreas Pautsch Kanu Altenburg erhält die Startnummer 10. Auch seine Frau Ulricke Pautsch ebenfalls Kanu Altenburg erhielt für ihre 50,5 durchgelaufenen Kilometer die Reservierung auf die Startnummer 100.

Ich erklärte weiter das die Geschichte um den Lauf vom tiefsten zum höchsten Punkt nun zu ende geht. Es war nie geplant diese Veranstaltungsart bis ins Uferlose zu betreiben. Im nächsten Jahr wird es den 1. Saale-Rennsteig-Marathon geben. Viele Vorbereitungen sind dafür schon getroffen worden. Startorte wird Uhlstädt und Saalfeld sein. Ziel wird auf beiden Strecken der Sportplatz in Piesau sein. Die Idee vom Lauf Tief-Hoch ist damit nicht ganz zu Ende. Es wird zwar nicht mehr direkt am tiefsten Punkt gestartet und am höchsten Punkt ist auch nicht das Ziel. Aber es geht immer noch von der Gemeinde mit den tiefsten Punkt bis zur Gemeinde mit dem höchsten Punkt. Die Streckenführung wird zu diesen Marathon anders sein als zum Tief-Hoch Lauf. Es wird keine Bundesstraße überquert. Der Lauf führt auf Nebenstraßen sowie auf Waldwegen entlang. Man hat teilweise Sicht über halb Thüringen. Die Laufgruppe Cursdorf Meuselbach, Veranstalter des 1. Saale-Rennsteig-Marathons, lädt alle Läufer ein, die gern einen Marathon der besonderen Art laufen möchten. Herrliche Landschaften bei einem Perfekt organisierten Marathon erwarten euch. Die reine Luft des Thüringer Waldes wird euch den Lauf zum wahren Erlebnis werden lassen. Wer noch keinen Marathon laufen möchte, für den ist ein 25 Kilometer Lauf von Saalfeld bis Piesau geeignet.

Die Geschichte um den Lauf vom tiefsten zum höchsten Punkt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt begann am 27.12.2003. Damals wusste ich noch nicht wie alles Mal werden würde, welch Größe das alles Mal annimmt. Ich weiß heut auch noch nicht wie viele Teilnehmer beim 1. Saale-Rennsteig-Marathon dabei sein werden. Eins weiß ich aber genau, ich und meine Laufgruppe Cursdorf Meuselbach glauben an diesen 1. Saale-Rennsteig-Marathon. Er wird eine Bereicherung für Thüringen sein. Ich hoffe und wünsche mir, dass dieser Marathon ein Erfolg für Thüringen, unseren Landkreis, für den Volkssport und für meine Laufgruppe wird. Zum Schluss noch ein Gedanke.
Mein Traum bleibt, eines Tages einen Supermarathon vom tiefsten zum höchsten Punkt veranstalten zu können.

Mit sportlichen Grüßen
Frank Thomas
SV Cursdorf Meuselbach